Ein Fest der Sinne

Die Zeit ist weiter gerast, und nun ist es auch schon soweit: Ich bin zurück in Deutschland.
Am Freitag hatte ich meinen letzten offiziellen Arbeitstag, wo ich mit Lob und Deepalaya T-Shirts überhäuft wurde.

Samstag haben wir mit ein paar Leuten das noch in der Entwicklung befindliche (aber trotzdem schon echt gute) neue Spiel von Johannes ausgetestet. Nach ca. 9 Stunden und einer Menge Schokolade im “Angels in my Kitchen” hatten wir auch schon die ersten 3 der gedachten 10 Runden überstanden. Im allgemeinen Einverständnis haben wir dann den Abend mit Freude beendet.
Wir hatten Spaß und Johannes hoffentlich eine Menge gutes Feedback für die nächste Version.

Nach einem entspannten Sonntag mit leckerem Essen und ein wenig Koffer packen machte ich mich dann am Montag noch ein letztes Mal auf ins Büro, um das Hochladen der Webseite (ja, sie ist noch grade so fertig geworden) fertigzustellen und kleine Problemchen zu beseitigen.

Am Abend traf ich mich nochmal mit dem Kreis der Deutsch sprechenden zum Abschiedsdinner (vielen Dank an alle Teilnehmer!) und am Dienstag nahm ich nochmal die letzten Eindrücke von Indien (d.h. meinem ‘Heimat’Viertel) auf.

Und nun: Jetzt sitze ich in meinem guten alten Heimatviertel, draussen regnet es und mein Vater sieht sich hinter mir die ganzen Mitbringsel an. Kurz gesagt: Ich bin zu Hause!

Und ja, es ist anders: Claus meinte mal in einer Mail zu mir, es sei “steril”. Und ich finde, dass trifft es in einigen Hinsichten ganz gut. Alles ist furchbar sauber, ordentlich, fein. Ja, deutsch eben. Ich liste einfach mal ein paar der ersten “komischen” Eindrücke auf:

Du kommst in ein Badezimmer, und das ganze Weiss und Chrom strahlen dir entgegen. (In Delhi ist weiss eine temporäre Erscheinung, es wird nach 2 Tagen grau, dann hellbraun, dann dunkelbraun). Hier scheint alles so gemacht zu sein, als wolle man den Dreck in jeder Ecke sofort sehen (und dann wegputzen). In Indien (entschuldigt die Übertreibung) scheint alles eher so, als ob man den Dreck ignoriert, d.h. alles ist eine große, staubige Suppe.

Man kann überall etwas riechen! Und es sind keine Kühe, sondern Blumen! Wow.

Es ist still. Mucksmäuschenstill (tolles Wort, vor allem mit Umlaut!). Man kann die einzelnen Geräusche bewusst wahrnehmen, und geniessen. Keine Kuh, Hupe oder ein schreiender Händler, die einem die Show vermasseln.

Man kann das Wasser aus der Leitung trinken. Kein Filter, keine Tabletten, kein Durchfall. Einfach geniessen.

Alles ist super grün und bunt, blüht, zwitschert und wächst. Und man kann es ohne den Staubwall davor direkt sehen.

Was die Verarbeitung des Kulturschocks im Allgemeinen angeht, muss ich sagen, fällt mir immer wieder auf, dass ich die ganzen täglichen Routinen (Dusche säubern, Tisch decken, etc.) und Details (die Geräusche der verschiedenen Türen im Haus, usw.) alle noch tief im Gedächtnis sind. Das heißt, man muss sich nicht erst alles neu angewöhnen, sondern einfach das “indische” Verhalten mit dem “deutschen” ersetzen. Sofern es geht…

Was das Fahren auf der rechten Seite der Straße angeht, weiß ich jedenfalls, dass ich in den nächsten 2 Wochen nur mit dem Fahrrad unterwegs sein werde… Auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause dachte ich zumindest die ganze Zeit “Hauptsache, uns kommt niemand entgegen”.

Mal sehen, wie es weiter geht.

3 Reaktionen zu “Ein Fest der Sinne”

  1. Thomas

    Hei Björn,
    entschuldige, dass ich’s am Montag nicht geschafft hab. Montag abend hab ich überraschend von einer anderen Abschiedsparty erfahren, von einer, die ich am IIT schon länger kenne und da war ich dann so halbwegs verpflichtet, hinzugehen.

    Interessant, deine ersten Eindrücke aus D. Bin auch schon gespannt, wie’s wird. Schade, dass du aufgelistet hast, was in D besser ist, hast du andersrum nichts gefunden? Aber das ist wohl normal, dass man sich erstmal an den Dingen freut, die man vermisst hat.

    Kompliment, dass ihr noch zwei Runden gemacht habt! Das nenne ich ausdauernd.

    Grüße,
    Thomas

  2. BjörnInIndien

    Hey, kein Problem wegen Montag.

    Tja, was die Sachen angeht, die in Indien besser sind, denke ich mal, dass das hauptsächlich was mit den Menschen und weniger mit den materiellen Dingen zu tun hat.

    Und da ich noch nicht zu sooo vielen Deutschen hier wieder Kontakt hatte, und die kleinen deutschen Macken (Ungeduld, ewige Erwartungshaltung, etc.) noch nicht wieder so erlebt habe, schreib ich dazu erst in Teil 2 nächste Woche.

    Bis denn

  3. thomas11

    Indien-Blogger unterwegs

    Björn ist wieder daheim, und findet’s toll.
    Daniela will heim. Wenigstens zum Essen.
    Und bald kommt ein Neuer von daheim, Paul nach Kolkata.

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