Monatsarchiv für Juni 2007

Erdbeeren pflücken in der Winterjacke

Mittwoch, den 20. Juni 2007

Der Titel fasst es ganz gut zusammen: Ich komm kaum aus dem Geniessen raus vor lauter Grillen, Erdbeeren, Kuchen und Spargel essen. Aber gleichzeitig macht mir der “Sommer”, der hier angeblich herrscht, schon etwas zu schaffen.

Auch wenn ich der einzige bin, der hier im Moment im Pullover rumrennt (sind ja schließlich rund 20 Grad WENIGER hier), konnte ich mich nicht vor einer saftigen Erkältung verstecken. Aber naja, bin schon wieder auf dem Weg der Genesung. Ansonsten ist mit mir im Moment noch nicht allzuviel anzufangen, da die Erkältung mich doch etwas mitnimmt.

Aber das wird schon wieder.

Demnächst mehr, wenn ich mich erneut mit meinem tapferen 56k-Modem in die wilden Tiefen des Netzes wage.

Ein Fest der Sinne

Donnerstag, den 14. Juni 2007

Die Zeit ist weiter gerast, und nun ist es auch schon soweit: Ich bin zurück in Deutschland.
Am Freitag hatte ich meinen letzten offiziellen Arbeitstag, wo ich mit Lob und Deepalaya T-Shirts überhäuft wurde.

Samstag haben wir mit ein paar Leuten das noch in der Entwicklung befindliche (aber trotzdem schon echt gute) neue Spiel von Johannes ausgetestet. Nach ca. 9 Stunden und einer Menge Schokolade im “Angels in my Kitchen” hatten wir auch schon die ersten 3 der gedachten 10 Runden überstanden. Im allgemeinen Einverständnis haben wir dann den Abend mit Freude beendet.
Wir hatten Spaß und Johannes hoffentlich eine Menge gutes Feedback für die nächste Version.

Nach einem entspannten Sonntag mit leckerem Essen und ein wenig Koffer packen machte ich mich dann am Montag noch ein letztes Mal auf ins Büro, um das Hochladen der Webseite (ja, sie ist noch grade so fertig geworden) fertigzustellen und kleine Problemchen zu beseitigen.

Am Abend traf ich mich nochmal mit dem Kreis der Deutsch sprechenden zum Abschiedsdinner (vielen Dank an alle Teilnehmer!) und am Dienstag nahm ich nochmal die letzten Eindrücke von Indien (d.h. meinem ‘Heimat’Viertel) auf.

Und nun: Jetzt sitze ich in meinem guten alten Heimatviertel, draussen regnet es und mein Vater sieht sich hinter mir die ganzen Mitbringsel an. Kurz gesagt: Ich bin zu Hause!

Und ja, es ist anders: Claus meinte mal in einer Mail zu mir, es sei “steril”. Und ich finde, dass trifft es in einigen Hinsichten ganz gut. Alles ist furchbar sauber, ordentlich, fein. Ja, deutsch eben. Ich liste einfach mal ein paar der ersten “komischen” Eindrücke auf:

Du kommst in ein Badezimmer, und das ganze Weiss und Chrom strahlen dir entgegen. (In Delhi ist weiss eine temporäre Erscheinung, es wird nach 2 Tagen grau, dann hellbraun, dann dunkelbraun). Hier scheint alles so gemacht zu sein, als wolle man den Dreck in jeder Ecke sofort sehen (und dann wegputzen). In Indien (entschuldigt die Übertreibung) scheint alles eher so, als ob man den Dreck ignoriert, d.h. alles ist eine große, staubige Suppe.

Man kann überall etwas riechen! Und es sind keine Kühe, sondern Blumen! Wow.

Es ist still. Mucksmäuschenstill (tolles Wort, vor allem mit Umlaut!). Man kann die einzelnen Geräusche bewusst wahrnehmen, und geniessen. Keine Kuh, Hupe oder ein schreiender Händler, die einem die Show vermasseln.

Man kann das Wasser aus der Leitung trinken. Kein Filter, keine Tabletten, kein Durchfall. Einfach geniessen.

Alles ist super grün und bunt, blüht, zwitschert und wächst. Und man kann es ohne den Staubwall davor direkt sehen.

Was die Verarbeitung des Kulturschocks im Allgemeinen angeht, muss ich sagen, fällt mir immer wieder auf, dass ich die ganzen täglichen Routinen (Dusche säubern, Tisch decken, etc.) und Details (die Geräusche der verschiedenen Türen im Haus, usw.) alle noch tief im Gedächtnis sind. Das heißt, man muss sich nicht erst alles neu angewöhnen, sondern einfach das “indische” Verhalten mit dem “deutschen” ersetzen. Sofern es geht…

Was das Fahren auf der rechten Seite der Straße angeht, weiß ich jedenfalls, dass ich in den nächsten 2 Wochen nur mit dem Fahrrad unterwegs sein werde… Auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause dachte ich zumindest die ganze Zeit “Hauptsache, uns kommt niemand entgegen”.

Mal sehen, wie es weiter geht.

Der Countdown laueft…

Samstag, den 2. Juni 2007

“Die Zeit zieht an mir vorbei” sagt grade Uwe, waehrend wir nach einem guten MIttagessen mal wieder im Buero hocken.

Er ist kurz zu Besuch von seinem Posten in Uttaranchal, um mal wieder einen Hauch Zivilisation zu schnuppern.

Waehrenddessen sind inzwischen Claus und Susi zureck in Deutschland… Eine Abschiedsparty jagt die andere, und die Zeit vergeht weiter wie im Flug.

Die Arbeitszeit hier bei Deepalaya naehert sich immer mehr dem Ende, und wenn alles klappt, geht noch grade so die neue Webseite online.

A propo: Falls ihr euch schon jetzt von dem Gedanken verabschiedet, mein Gebrabbel zu lesen, moechte ich hiermit schon einmal darauf hinweisen, dass ich demnaechst einen neuen Blog starte: Nein, kein Seelenstriptease wie auf dieser Seite, sondern eine kleine aber feine Sammlung an Tips, Tricks und mehr im Bezug auf das Internet, Computer und das “echte” Leben. Das heisst, ich werde in regelmaessigen Abstaenden z.B. neue Services im Internet vorstellen, oder auch ein verdammt gutes Buch, eine lesenswerte Webseite und mehr.

Quasi all die Sachen, mit denen ich mich Tag ein, Tag aus beschaeftige. Und wenn ich den Deutschen hier davon erzaehle, ist die Reaktion meistens erstaunt und positiv. Da ich somit mein Wissen im Bereich IT an andere weitergeben kann, und gleichzeitig ihr (die potenziellen Leser) davon profitiert, haben wir alle was davon.

Alle Vorbereitungen sind noch nicht getroffen, aber sobald ich in Deutschland bin (was echt verdammt bald ist…) geht die Arbeit am neuen Blog in die heisse Phase.

Damit ihr euch die Muehe erspart, diese Seite immer und immer wieder aufzurufen, koennt ihr mir gerne eine kurze (oder auch lange) Mail an klose.bjoern+blog@gmail.com schreiben, und ich melde mich dann bei euch allen, wenn die ganze Sache losgeht.

Oder aber, ihr bleibt hier noch weiter dran, wenn ihr von meinem Kulturschock Deutschland lesen wollt.

Zur Not koennt ihr mich natuerlich auch in Person treffen, wenn ich wieder in Deutschland bin. ;-)