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Was heißt denn eigentlich einfach?

18. November 2007 von Björn Klose Tags: , ,

gestapelte Steine - Zen bei SXC.hu“Man soll die Dinge so einfach wie möglich machen, aber nicht noch einfacher.”
Albert Einstein

Alles ist schwierig heute: Wenn ich im Supermarkt Saft kaufen will, hab ich die Wahl zwischen 20 verschiedenen Sorten, im TV mindestens 30 Sender zur Auswahl und im Kleiderschrank mindestens 40 verschiedene Kleidungs-Kombinationen. Die Qual der Wahl trifft uns, wo wir gehen und stehen.

Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, egal was wir tun. Den Überblick zu behalten ist quasi unmöglich. Ständig fordern uns neue Trends zu mehr Konsum auf.

Doch wozu das ganze? Wollen wir uns von dieser Flut an (ungenutzen) Möglichkeiten erdrücken lassen? Nein.

Der Ausweg: Grenzen setzen

Stop - AuswegUnser Gehirn ist leistungsfähig und belastbar, aber unsere Wahrnehmung und unser Gedächtnis filtern kräftig, damit wir nicht von Reizen überflutet werden.

Eine Konsequenz davon ist, das wir bei mehr als 7 Elementen gleicher Art schnell den Überblick verlieren.

Um es uns selbst und dem Kopf also etwas einfacher zu machen, sollten wir daher versuchen, in unserem Handeln bewusst überschaubare Grenzen zu setzen.

Diese Herangehensweise wir z. B. als “Haiku Productivity” beschrieben.

Ein Haiku ist eine japanische Gedichtform, die mit nur sehr wenigen Silben und Worten auskommt. Die Folge: Jedes einzelne Element gewinnt an Bedeutung und wird ganz bewusst genutzt.

Dabei sind in der Anwendung auf die eigene Produktivität keine absoluten Zahlen vorgegeben, die Entscheidungen sind jedem selbst überlassen.

Leben mit Limit

Ein sehr prominentes Beispiel aus der Blogosphäre sind die sogenannten MITs. Man wählt am Abend eines jeden Tages eine kurze Liste von nur 3 Most Important Tasks, die man im Laufe des nächsten Tages erledigen will. Der erste wird bereits vor 11 Uhr am Tag erledigt, sodass die anderen beiden folgen können.

Durch diesen Fokus auf das Wesentliche gelingt es, keinen Tag ohne Erfolgserlebnis zu beenden.

Des weiteren gibt es vielerorts den Vorschlag, nur 2mal am Tag Emails abzurufen. Durch die gebündelte Abarbeitung der Mails wird der Tag nicht von der Informationsflut bestimmt und die Zeit für wichtige Dinge frei gehalten.
Mehr über diesen Ansatz findet sich bei Tim Ferriss (dem Autor von “The 4-Hour-Workweek”), eine deutsche Einführung zum Thema gibt es bei schweizweit.net.

Eine etwas verrücktere Idee ist die sog. 100 Things-Challenge: Ziel ist es, seine persönlichen Besitztümer auf unter 100 zu reduzieren. Der Rest wird verkauft, verschenk oder auf andere Art zu einem besseren Nutzen geführt.

Doch nicht jedes Ziel lässt sich in einfache Zahlen packen:

Informations-Diät - Schluss mit schlechten Nachrichten

Die Schlagzeilen - Frisch aus der Presse auf SXC.huIch habe es in letzter Zeit z.B. versucht, meinen Konsum von Nachrichten absolut zu minimieren.

Warum? Nicht weil ich ignorant oder nicht politisch interessiert bin, sondern weil ich mir der negativen Auswirkungen von Nachrichten in den Medien bewusst bin. Mal ehrlich, wann gab es das letzte Mal eine wirklich gute Nachricht? Abgesehen von der Vergabe der Nobelpreise an die richtigen Leute.

Mindestens 90 Prozent aller Informationen über andere Menschen sind negativ, da jeder versucht seinen Neid oder seine eigenen Mängel durch die Fehler anderer zu überspielen.

Um also ein positiver Mensch zu bleiben, entziehe ich mich der Miesmacherei, und wähle meine Informationsquellen nur ganz bewusst und gezielt: Statt mich berieseln zu lassen von Talkshows und Sensationsreportern bekomme ich meine Informationen direkt und kompetent in meinem RSS-Reader geliefert.

Und wenn etwas wirklich wichtiges in der Welt passiert, erzählt mir jemand davon.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Du es einfach willst, setz dir Grenzen.

Mehr zum Thema Informations-Diät gibt es in auf der Seite von ChangeThis, einem großartigen Angebot.

Mehr dazu folgt bald. Genau hier.

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