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Wie macht Google eigentlich Geld?

27. Oktober 2007 von Björn Klose Tags: , ,

Google - Auf gut Glück!Der Name ist wohl kaum noch für jemanden ein Fremdwort: Google.
Inzwischen gilt das Wort “googeln” synonym für die Websuche und selbst der Duden erkennt das an.

Alles fing (wie so üblich) in einer Garage in den USA an, als es sich 2 junge Studenten zur Aufgabe machten, die Inhalte des Internets für jeden auffindbar zu machen. Aus der Passion wurde mit steigenden Nutzerzahlen schnell ein Fulltime-Job. Doch etwas fehlte: Das Geld, um die steigenden Ausgaben für Hardware, Strom und weitere Mitarbeiter zu zahlen. Während andere Anbieter ihre Suchergebnisse auf Wunsch von Geldgebern neu sortierten, blieb Google dem Motto “don’t be evil” treu und begann, neben den Suchergebnissen Anzeigen zu schalten.

Das Besondere: Die Anzeigen sind auf die Suchanfrage angepasst. Wenn ich also nach dem Stichwort “Mikrowelle” suche, erhalte ich neben regulären Ergebnissen wie Wikipedia und Co. auch jede Menge Anzeigen (im oberen Bereich [gelb] und rechts). Da die Anzeigen inhaltlich aber ebenfalls relevant sind, machen viele Nutzer keinen Unterschied, wenn sie auf eines der Werbeergebnisse klicken.

Google - Geldmaschine

Für Google ist dieser Unterschied jedoch groß: Sobald ein Nutzer auf eine der Anzeigen klickt, wird diese Aktion registriert, und der Anzeigende zahlt einen winzigen Betrag an Google. Da Google jedoch Marktführer unter den Suchmaschinen ist und täglich allein in den USA rund 90 Millionen Suchanfragen an Google gestellt werden, wird schnell klar: Dank der Größe und Verbreitung von Google summieren sich die Cent-Beträge einzelner Anzeigen-Klicks schnell auf (im letzten Jahr lag der Gesamt-Umsatz bei gut 10 Milliarden US-Dollar).

Doch die Anzeigen neben den eigenen Suchergebnissen (sog. AdWords) sind nur eine Seite der Medaille: Da die Technologie für das Analysieren von Inhalten immer weiter entwickelt wurde, ist Google heute in der Lage, ganze Texte zu analysieren, und dafür passende Stichwörter (und somit Anzeigen) auszugeben. Die als AdSense bezeichnete Technik findet auf den Seiten vieler Online-Publikationen Einsatz, da in diesem Fall auch der Webseitenbetreiber profitiert: Statt großen blinkenden Bannern, die vom Inhalt ablenken, finden sich heute sehr häufig die subtileren und von Aussehen und Inhalt angepassten (kontextsensitiven) Anzeigen. Davon profitieren auch die Betreiber der Webseiten, denn sie verdienen bei jedem Klick mit (Ein Beispiel von Adsense im Einsatz).

Die Auswirkungen sind besonders für “Die Kleinen” im Web groß: Jeder unabhängige Journalist, Blogger oder Forenbetreiber kann sich durch den Einsatz von AdSense ein Zubrot verdienen, während sich auf Grund der (Publikums)Größe keine “klassischen” Werbepartner finden würden.

Und auch auf der anderen Seite gibt es viele Gewinner: Durch die Fixierung auf bestimmte Stichwörter und die geringen Kosten ist es auch kleinen Unternehmen möglich, potenzielle Kunden zu erreichen.

Google AdSense - die Summe der Teile

Doch der Hauptgewinner steht schon lange fest: Google selbst. Als Betreiber dieses milliardenschweren Werbe-Marktplatz profitiert das große G an allen Fronten.

Um die Maschine am laufen zu halten, werden von Google Hilfstools für Werbetreibende und Webseitenbetreiber angeboten, die es beiden ermöglichen, ihren eigenen Umsatz noch weiter zu steigern.

Inwischen erobert Google auch weitere Marktsegmente: Neben Experimenten mit Radio- und TV-Werbung ist vor allem der Kauf von YouTube ein Schritt in eine (finanziell) sichere Zukunft, da bald auch das Schalten von kontextsensitiver Video-Werbung funktioniert.

Eine ausführliche Erzählung über die Geschichte von Google findet sich im Buch The Google Story, das inzwischen auch auf Deutsch erhältlich ist (Die Google-Story) und viele Hintergrundinfos, Anekdoten und Blicke hinter die Kulissen liefert.

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